Mein Arbeitstag

Mein Arbeitstag als Azubi bei Kucklick Börger Wolf & Söllner

Mein Name ist Kati. Ich bin 31 Jahre alt und im 3. Ausbildungsjahr zur Rechtsanwaltsfachangestellten. Die Vorstellungen, welche ich vor dem Beginn der Ausbildung von diesem Beruf hatte, haben sich in den letzten zwei Jahren zum Teil bestätigt, andererseits auch entkräftet in der Hinsicht, dass die Anforderungen an das Wissen, egal ob Paragraphen- oder Deutschkenntnisse, beträchtlich sind. Es ist ein sehr vielfältiger Beruf, unter dem Aspekt betrachtet, sein erworbenes Wissen jeden Tag aufs Neue in den Arbeitsablauf einzubringen, selbstständig zu arbeiten und Abläufe zu koordinieren.

Die Arbeitszeit liegt zwischen 8 und 17 Uhr, hier von ist eine Stunde Mittagspause. Die Berufsschule besuche ich im ersten und zweiten Ausbildungsjahr 2-mal in der Woche und im dritten Ausbildungsjahr nur einmal je Woche.

In meiner Kanzlei gibt es einen Einsatzplan, das bedeutet, dass jeder Auszubildende spezielle Aufgaben bekommt oder einem fachspezifischen Sekretariat zugeordnet wird. Mittlerweile durfte ich fast alle von ihnen kennenlernen, so z. B. die Referate Verkehrsrecht oder Strafrecht, Familienrecht etc. Dies ist einer der Vorteile, in einer solch' großen Kanzlei ausgebildet zu werden. Man hat hier die Möglichkeit, in fast jedes Rechtsgebiet einen Einblick zu gewinnen. 

Bei Arbeitsbeginn werden Wiedervorlage- und Terminakten herausgesucht. Die Wiedervorlageakten lege ich dem Anwalt vor, damit sie durch ihn regelmäßig kontrolliert und bearbeitet werden können. Die Terminakten lege ich ihm für anstehende Gerichtstermine oder Besprechungen vor. Ganz wichtig sind Fristakten, diese werden herausgesucht, damit die zu erledigende Frist durch den Anwalt bearbeitet wird. Sollten Fristen, also Zeiträume, innerhalb oder nach denen ein bestimmtes Ereignis eintreten oder eine bestimmte Handlung vorgenommen werden soll, nicht eingehalten werden, kann das schwerwiegende Konsequenzen für den Mandanten und die Kanzlei nach sich ziehen. Sie gehören zum Berufsalltag und der Verantwortung einer Rechtsanwaltsfachangestellten. 

Weiter gehört zu meinen Aufgaben das Schreiben von Diktatbändern, welche der Anwalt vorbereitet hat. Die so entstandenen Schreiben werden durch mich ausgefertigt, d. h., dass ich Anlagen beifüge bzw. die erforderliche Anzahl der Schriftsätze für die Gegenseite kopiere, die dann das Gericht bekommt. Immer öfter kommt es vor, dass Schreiben per E-Mail versandt werden.

Ab dem 2. Ausbildungsjahr behandeln wir Kosten- und Gebührenrecht in der Schule, daher kann ich mein Wissen beim Anfertigen von Rechnungen unter Beweis stellen. Diese heißen bei uns Kostennoten. 

Zur Ausbildung gehört auch die Teilnahme an Gerichtsverhandlungen. Ich durfte schon einer Zwangsversteigerung beiwohnen, was sehr interessant war und die Theorie in der Schule kräftigte. 

Nach der Mittagspause sind dann die Akten für die Eingangspost des jeweiligen Tages im Sekretariat bzw. bei den Anwälten zu suchen, damit diese dann durch mich oder die jeweilige Sekretärin bzw. dem Anwalt bearbeitet werden kann. Wenn es kurze Mitteilungen an Mandanten, Gegner, Versicherungen oder das Gericht sind, darf ich diese schon selber schreiben und falls Akten für neue Mandate anzulegen sind, liegt dies auch in meinem Aufgabenbereich genauso wie Zahlungseingänge in Akten vermerken oder Telefongespräche führen. Letzteres tue ich häufig, wenn ich am Empfang im Einsatz bin, dort leite ich eingehende Gespräche weiter, empfange Mandanten und kümmere mich morgens um die Eingangs- und ab dem Mittag um die Ausgangspost.

Anmerkung: Nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung im Sommer 2013 wurde Kati von der Kanzlei in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen.