Nicht versichert: Beschädigungen des Pkw durch Anhänger

Nach den üblichen Bedingungen für die Kaskoversicherung gelten Schäden zwischen ziehendem und gezogenem Fahrzeug ohne Einwirkung von außen nicht als versicherter Unfall (A.2.3.2 AKB, Allgemeine Bedingungen für die Kfz-Versicherung). Nach einer aktuellen Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH vom 04.03.2015, Az.: IV ZR 128/14) gilt das auch dann, wenn der versicherte Pkw von einem gezogenen Anhänger beschädigt wird.

Der Versicherungsnehmer hatte vorgetragen, dass sein Anhänger beim Rückwärtsfahren unvermittelt kurz stehen geblieben sei und sich dann nach rechts gedreht habe. Hierdurch sei der hintere rechte Kotflügel eingedrückt worden. Die Versicherung hat sich auf den Standpunkt gestellt, dass auch der Anhänger ein Fahrzeug  im Sinne von A.2.3.2 AKB sei und eine Zahlung abgelehnt.
Der BGH hat die Auffassung der Versicherung bestätigt. Versicherungsbedingungen sind nach ständiger Rechtsprechung so auszulegen, wie ein durchschnittlicher Versicherungsnehmer sie bei verständiger Würdigung, aufmerksamer Durchsicht und Berücksichtigung des erkennbaren Sinnzusammenhanges verstehen muss. Der Versicherungsnehmer ging davon aus, dass unter einem „Fahrzeug“ im Sinne der Bedingungen nur ein solches zu verstehen sei, dass auch „aktiv fahren“ kann. Das sieht der BGH anders. Dass das gezogene Fahrzeug über einen eigenen Antrieb verfügen muss, kann und muss der Versicherungsnehmer der Klausel nicht entnehmen. Deshalb sind auch Wohnanhänger „Fahrzeuge“ im Sinne vergleichbarer Klauseln (BGH vom 19.12.2012, Az.: IV ZR 21/11).

Fazit:   Wenn der Versicherungsnehmer solche Unfälle also versichern will, muss er das im Regelfall gesondert vereinbaren, was sich im Zweifel auf die Prämienhöhe auswirken wird.

Zurück